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Wie überstehe ich die Trotzphase meines Kindes?

Wenn Kinder wütend werden, wissen viele Eltern nicht, wie sie damit umgehen sollen. Nahezu alle Kinder kommen in die sogenannte Trotzphase, in der sie oftmals Wutanfälle bekommen. Läuft etwas nicht nach dem Kopf des kleinen Rackers, wird aus dem sonst sonnigen Gemüt plötzlich ein kleines Wutmonster. Diese Phase ist im Alter von circa zwei Jahren ganz normal und gehört zur Entwicklung dazu. Man sollte nicht grundsätzlich an seiner Erziehung zweifeln, sondern sich möglichst schon im Vorfeld Gedanken machen, wie man auf die Wutanfälle reagiert.

Das Vier-Punkte-Programm zur Wutbekämpfung

Der Kinderpsychologe Hans Berwanger rät, bei Wutanfällen ruhig zu bleiben. Er hat das sogenannte „Vier-Punkte- Programm für mehr Gelassenheit“ entwickelt: Punkt eins ist die bestmögliche Vorbereitung. Da bei Wutanfällen des Kindes auch der Stresspegel bei den Eltern steigt, sollte man sich vorher überlegen, wie man mit dem Trotz des Kindes umgehen möchte. Vorher sollte man sich folgende Fragen beantworten: Wie bewahre ich meine Liebe? Wie sehe ich mein Kind an? Was mache ich, damit die Situation nicht eskaliert? Wichtig sei vor allem, dem Wutanfall nicht mit einem eigenen zu begegnen, sondern selbst eher leise zu reden.

Als Zweites gilt es, die Gefühle des Kindes in Worte zu fassen. Als Eltern sollte man klar benennen, warum das Kind wütend ist. Wird der oder die Kleine beispielsweise wegen eines Gummibärchens böse, sollte man dem Kind auch sagen, dass man weiß, warum es sich ärgert. Gleichzeitig sollte man laut Berwanger aber auch Kompromisse anbieten, indem man zum Beispiel nicht generell das Gummibärchen verbietet, sondern das Naschen auf später verschiebt.

Weiterhin solle man die Wut personifizieren. So kann man das „Wutmonster“ im Kind und nicht seinen Schützling selber beschuldigen. Das Wutmonster könne vom Kind selbst weggeschickt werden. „Denn ist erst einmal ein Schuldiger gefunden, ist das Kind zur Hälfte schon wieder aus dem Trotzanfall heraus“, so Berwanger.
wichtig sei besonders, dass man seinen Sprössling in solchen Situationen nicht alleine lasse. Das Kind müsse wissen, dass es immer geliebt wird, auch wenn es wütend ist. Der Wutanfall sollte abgewartet und dann das Kind in den Arm genommen werden – das gebe Sicherheit.

Warum bekommen Kinder Wutanfälle?

Kinder haben mit einem Alter von etwa zwei Jahren gelernt, dass sie eigene Entscheidungen treffen können und eigene Ziele haben, die sie verwirklichen wollen. Diese Einsicht sei laut Berwanger ein sehr großer Entwicklungsschritt. Die Kinder wollen das Gelernte weiter üben. Die Trotzphase sei kein Ungehorsam, sie sei vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Kinder selbstständig sein wollen und sich langsam von den Eltern abnabeln.

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2 Kommentare

  1. sandra peitinger

    Hallo
    diese phase kenn ich*
    was bei uns gut geholfen hat , ist ( in der trotzfreien zeit ) einfach oft loben und mir wirklich zeit nehmen, ihn zu loben und ihm zu sagen, dass ich ihn lieb hab, so wie er ist …..
    dann haben wir einen
    „gute-laune-barometer“ gebastelt
    ( kann man wie eine uhr selbst basteln) für
    an die wand und bei weniger guter laune einfach vieeeeel rausgehen zum ausztoben,
    und zur belohnung ( wenn sich die laune gebessert hat -was meist der fall war )ein fröhliches bilderbuch zusammen lesen ( am wirkungsvollsten war das kinderbuch „Faxenmaxe“ -supi gute-laune -buch !!) oder was zusammen spielen.
    das alles zusammen hats gut verändert
    liebe grüsse
    sandra

  2. Das ist ja mal eine coole Anleitung, liebe Sandra! DANKE! Hört sich echt gut an! Und danke für den Buchtipp! Evtl. mal was für unsere Bücherecke!