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Was es mit Kindergeld und Kinderfreibetrag auf sich hat

Begriffe wie „Kindergeld“ oder „Kinderfreibetrag“ führen in Deutschland bei vielen Eltern immer noch zu großen Verwirrungen. Oft werden die beiden Begriffe sogar synonym zueinander benutzt, und das obwohl die beiden Begriffe jeweils klar definierte, staatliche Leistung beschreiben, die alternativ zueinander gezahlt werden. In diesem Artikel wird erklärt, was sich hinter diesen Leistungen verbirgt. Wir erklären Ihnen, was es mit dem Kindergeld und dem Kinderfreibetrag auf sich hat und das diese Leistungen nicht gemeinsam bezogen werden können.

Besonders bekannt in Deutschland ist vor allem das sogenannte Kindergeld. Beim Kindergeld handelt es sich um eine staatliche Leistung, die Erziehungsberechtigten von Kindern gezahlt wird. Dabei hängt die Höhe des (monatlich) gezahlten Kindergelds von zwei verschiedenen Faktoren ab: Nach der Anzahl der Kinder und nach deren Alter. Für die ersten beiden Kinder stehen Erziehungsberechtigten in Deutschland (Informationsstand: 01.01.2010) ein Kindergeld in Höhe von 184 Euro je Kind zu. Für das dritte Kind erhalten Eltern in Deutschland ein Kindergeld in Höhe von 190 Euro und für das vierte (und jedes weitere) Kind werden Eltern monatlich 215 Euro gezahlt. ( Ab 2013 gelten neue Bedingungen beim Elterngeld)

Bei Kindergeldzahlungen (genauso wie beim Kinderfreibetrag) geht es dabei nicht einfach nur um eine schlichte Familienförderung. Vielmehr dienen Kindergeld und Kinderfreibetrag vor allem dazu, einen Ausgleich für die Besteuerung des Existenzminimums von Kindern zu schaffen. Anders gesagt: Der Staat gibt den Eltern mit dem Kindergeld oder dem Kinderfreibetrag eine Steuerfreistellung in Höhe des Existenzminimums ihres Kindes.

Ob das Kindergeld gezahlt wird oder nicht, hängt auch wesentlich vom Alter des Kindes ab. Normalerweise wird in Deutschland das Kindergeld bis zum 18. Lebensjahr des Kindes gezahlt. Bestimmte Voraussetzungen können aber zu einer Verlängerung des Zahlungszeitraums führen – in diesen Fällen sind Zahlungen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres möglich. Für die Verlängerung des Zahlungszeitraums ist es erforderlich, dass das Kind weiterhin zur Schule geht, studiert oder sich in einer Berufsausbildung befindet. Ist ein Kind arbeitslos oder arbeitssuchend, so kann das Kindergeld immerhin bis zum 21. Lebensjahr gezahlt werden.

Geht das Kind weiterhin zur Schule, studiert oder führt eine Berufsausbildung durch und hat zusätzlich den gesetzlichen Grundwehrdienst oder den Zivildienst (bzw. eine entsprechende, befreiende Tätigkeit – z.B. als Entwicklungshelfer oder durch die Teilnahme an einem freiwilligem ökologischen oder einem freiwilligem sozialem Jahr) absolviert, so gibt es zusätzlich die Möglichkeit für Kindergeldzahlungen über das 27. Lebensjahr hinaus.

Der Kinderfreibetrag

Auch der Begriff des Kinderfreibetrags führt häufig zu Verwirrungen in Deutschland. Unter dem Kinderfreibetrag versteht man eine Leistung, die Eltern alternativ zum Kindergeld gewährt wird. Wer den Kinderfreibetrag nutzt, der verzichtet also gleichzeitig auf die monatlichen Kindergeldzahlungen. Sinnvoll ist der Verzicht auf das Kindergeld (und die Inanspruchnahme des Kinderfreibetrags) vor allem für Eltern, die über ein höheres Einkommen verfügen. In solchen Fällen ist die steuerliche Entlastung durch den Kinderfreibetrag oft höher als die Zahlungen des monatlichen Kindergelds und Eltern sollten dem Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen.

Mit welcher Zahlung Eltern besser fahren, wird durch die sogenannte Günstigerprüfung auf der Anlage Kind der Steuererklärung gesteuert. Wer als Elternteil seine Steuererklärung (samt „Anlage Kind“) abgibt, der hat die Möglichkeit den Kinderfreibetrag in Anspruch zu nehmen. Die Günstigerprüfung wird direkt beim Finanzamt durchgeführt und es wird zugunsten des Steuerzahlers entschieden, welche Leistung empfangen wird. Kommt die Günstigerprüfung beim Finanzamt zum Ergebnis, dass die Ausnutzung des Kinderfreibetrags sinnvoller ist, so müssen die (bereits empfangenen) Kindergeldzahlungen zurückerstattet werden – dies geschieht in der Regel mit einer Verrechnung innerhalb der Steuererklärung.

Siehe auch:
http://www.konz-steuertipps.de/konz/lexikon/K/Kinderfreibetrag.html

http://www.maminetz.de/wie-lange-bekommt-man-kindergeld/
http://www.maminetz.de/arbeitslosengeld-nach-der-elternzeit-wie-hoch-wird-es-sein/

 

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1 Kommentar

  1. Hallo!

    Wenn hier steht, dass beides gleichzeitig nicht möglich, wieso kann ich dann Kindergeld bekommen und gleichzeitig einen ganzen (1) Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte haben? Ich verstehe das nicht…

    Gruß und Danke