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Vornamen-Studie: Wirkung von Vornamen & 5 Tipps zur Namensfindung

Glückliche Kinder mit Puppen

Der Leipziger Namenforscher Thomas Liebecke hat sich während einer sechs Jahre andauernden Namen-Studie dem Phänomen der Wirkung von Vornamen gewidmet. Liebecke wertete hierzu mehr als eine halbe Millionen Stimmen aus, die im Internet für 2.300 Vornamen abgegeben worden waren. Die zu bewertenden Namen wurden hierbei nach dem Zufallsprinzip ausgewählt  und in dreizehn Bewertungskategorien eingeteilt. Somit ist diese Studie die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum.

Liebecke verdeutlicht in seiner Studie, wie sehr unsere Vornamen uns auf andere Leute wirken lassen. Vokalreiche Namen mit offenen Silben (Sophia, Hanna, Noah) lassen einen attraktiven Menschen vermuten, während  kurze Namen mit geschlossenen Silben (Ulf, Dörte) einen eher unsympathischen ersten Eindruck vermitteln. Auch die  Vollformen der Vornamen (Maximilian) wirken deutlich seriöser und erfolgreicher als ihre Kurzformen (Max).

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Liebecke gibt auch zu bedenken, dass Menschen mit verniedlichten Vornamen, wie z.B.: Lucy, Benny oder Ricky es laut Studie im Erwachsenenalter schwerer haben ernst genommen zu werden. Sie werden häufig als zu jung, frech oder lustig eingestuft.  Die Studie zeigt auf, dass wir Intelligenz, Zuverlässigkeit und Reichtum mit gewissen Namen assoziieren. Die cleversten und wohlhabensten Menschen vermuten wir hinter Personen, die griechische oder lateinische Namen tragen, während Leuten mit Migrationshintergrund meist das Gegenteil nachgesagt wird. Auch das Klischee der „üblichen Verdächtigen“ wie Jacqueline und Kevin wird weiter angetrieben. So verbindet man auch diese Vornamen mit verminderter Intelligenz. Liebecke bedauert: „Leider haben wir Vorurteile, die bestimmten Namen nachgesagt werden, auch in dieser Studie bestätigt gefunden“.

Werdenden Eltern, die sich momentan mit der Namensfindung beschäftigen rät der Forscher dazu, sich ganz bewusst mit der Wirkung der Namen auseinander zu setzen. Möglicherweise sollte man Bekannten und Freunden die mögliche Namenswahl vortragen um Reaktionen und Einschätzungen zu bekommen. Dies allein sollte jedoch nicht die Namenswahl des Kindes beeinflussen, denn „Namenmoden kommen und gehen, die Wahrnehmung von Vornamen verändert sich“, gibt Liebecke zu bedenken.

Da nicht nur die Sprache dem ständigen Wandel unterliegt, möchte Liebecke im nächsten Jahr eine erneute Studie starten, die wieder 6 Jahre  andauern soll, um genau diese Veränderungen genauer zu untersuchen.

Was Namen verraten – Fünf Tipps für bessere Vornamen

Isabella ist eine Augenweide, Dörte weniger? Auf Friedrich kann man sich verlassen, auf Ricky nicht? Vornamen wecken bestimmte Erwartungen an das Wesen der jeweiligen Person. Dabei muss der Mensch dahinter unserer Vorstellung keineswegs entsprechen – doch die Assoziationen sind zunächst einmal da.

Eine umfangreiche Leipziger Vornamen-Studie zeigt diese Assoziationen nun auf. 500.000 Stimmen zu 2.300 Vornamen wurden ausgewertet, um detaillierte Erkenntnisse über die Wirkung von Namen zu gewinnen.

Die Ergebnisse sind teils banal (Adeltraud gilt als alt, Peter als gewöhnlich), zeigen aber auch sehr deutlich, ob Namen positiv oder negativ vorbelastet sind. Eltern können so vorab ihren Wunschnamen auf mögliche ungewollten Assoziationen abklopfen.

Wir haben uns die Ergebnisse der Studie angeschaut und daraus fünf praktische Tipps für die Namenwahl abgeleitet:

1. Was gut klingt

Das Rezept für klingende Vornamen: Vokalreich müssen sie sein mit offenen Silben.

Mädchennamen klingen besonders schön, wenn Sie ein tragendes i aufweisen: Amélie, Sophia, Mia, Marie.

Anders bei Jungennamen. Hier sind es die dunklen Vokale a und o, die für einen angenehmen Klang sorgen: Alessandro, Orlando, Elias, Noah oder Julian etwa sind auffallend gut klingende Beispiele.

Übrigens, je schöner ein Vorname in unseren Ohren klingt, desto attraktiver ist die Person, die wir dahinter vermuten. Auch das zeigt die Studie.

Kurze, geschlossene Silben sind eher ein Garant für einen nicht-wohlklingende Namen: Dörte, Bertrud, Ingolf, Ulf u.a. Der Zeitgeist hat sich gewandelt.

2. Kurzform oder Vollform

Max oder Maximilian, Jenny oder Jennifer? Vollformen von Vornamen sind tendenziell positiver besetzt, als Kurzformen. Aufgrund des Namens werden die Träger eher als intelligent und erfolgreich angesehen. Unser Tipp: Wählen Sie die Vollform. Flexibel sind sie damit auch. Eine Jennifer können Sie zu Hause gern Jenny rufen. Auch in der Schule und im späteren Berufsleben kann sie die Kurzform informell verwenden. Eine eingetragene Jenny wird nicht auf Jennifer ausweichen können.

3. Kleine Frechdachse

Wiederstehen Sie der Versuchung, Ihr Kind Lucy, Ricky, Charly, Benny oder Sammy zu nennen. Was für Ihren Sproß vielleicht treffend und, zugegeben, auch ganz niedlich sein kann, wird im Erwachsenenalter problematisch. Denn durchweg wurden diese und ähnliche Namen – Kurzformen, die auf -i oder -y enden –  als frech, lustig und jung verstanden. Doch, siehe Punkt 2, die jeweilige Vollform der Namen ist auch hier eine Alternative.

4. “Intelligente” Namen

Griechische oder lateinische Wurzeln im Namen lassen eine intelligente Person vermuten. Auch bei lateinisch oder griechisch wirkenden Namen anderen Ursprungs schließen wir zunächst auf eine Person, die überdurchschnittlich schlau sein soll. Cornelius, Christophorus, Sophia, Augustinus oder Eleonore finden Sie etwa in dieser Gruppe.

Bleibt die Frage: Wollen Sie solch einen Namen? Oder stellen Sie durch die bewusste Wahl eines als “überschlau” konnotierten Namens hohe Erwartunen an ihr Kind, die es wohlmöglich gar nicht erfüllen möchte?

Übrigens, am anderen Ende der Skala stehen die “üblichen Verdächtigen”, Kevin, Jacqueline und Co., sowie Namen, die auf einen Migrationshintergrund schließen lassen.

5. Migrationshintergrund

Die Studie zeigte, dass Namen wie Hassan, Mustafa, Fatmeh oder Bogdan negative Assoziationen anhaften – und zwar erschreckend deutlich. Durchweg wurden dahinter Personen vermutet, die weniger zuverlässig, weniger intelligent und weniger wohlhabend sein sollen.

Unser Tipp daher: Wenn Sie einen Namen wählen, der auf eine Herkunft aus dem Nahen Osten oder Osteuropa hindeutet, wählen Sie für Ihr Kind zumindest einen zweiten Vornamen, dem man diesen Hintergrund nicht ansieht. Falls Yusuf später trotz 100 Bewerbungen nicht ein einziges Mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, kann er einfach auf Vincent ausweichen. Jeder der eingetragenen Vornamen kann als Rufname geführt werden. Für einen Wechsel ist keine amtliche Genehmigung nötig.

 

Fünf Tipps, die nicht mehr als eine Anregung sein können, sich bewusst mit ihrem Wunschnamen auseinanderzusetzen. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um den richtigen Namen zu finden. Bitten Sie Freunde und Bekannte um eine Einschätzung – aber lassen Sie sich allein davon nicht lenken. Letztlich ist es Ihr Wunschname für Ihr Kind.

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