Home / Still Tipps / Stillen – Nicht immer so einfach

Stillen – Nicht immer so einfach

Stillen ist die beste Ernährung für Neugeborene. Keine Frage! Doch was ist, wenn man sich gegen das Stillen entscheidet, nicht stillen kann oder es einfach nicht möchte? Ist man deswegen eine schlechtere Mutter? Nein! Viele Frauen nehmen sich fest vor zu stillen, doch oft klappt dieses Vorhaben nicht ganz so optimal. Das Stillen klappt nur dann optimal, wenn Mutter & Kind im Einklang miteinander stehen und der stress keine Überhand nimmt.

Stillen und stress

Stress ist für stillende Mütter ein K.O. Kriterium. Viele sagen sogar, dass sich dieser Stress durch das Stillen auf das Kind überträgt. Kann gut sein, denn Kinder spüren wenn die Eltern oder die Mutter im Stress ist und reagieren ebenso gestresst. Sobald man in eine Stresssituation gerät, kommt man ins Zweifeln. Das Kind schreit und sofort denkt man, es wird nicht satt – die Muttermilch reicht nicht aus.
Man sollte den Stress dringend loswerden und sich eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen. Hat man nach wie vor das Gefühl, dass das Kind nicht satt wird sollte man vor dem Zu füttern nicht zurückschrecken. Man ist nicht gleich eine schlechte Mutter, wenn das mit dem stillen nicht klappt. Die Hauptsache ist, dass es Mutter & Kind gut geht! Es gibt Nahrungsmittel, die den Milchfluss auf natürliche Art und Weise anregen sollen. Malzbier z.B. soll den Milchfluss fördern. Eine gute Beratung bietet hier eine Hebamme. Hebammen haben alle Tipps und Tricks rund um das Stillen auf Lager und stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Stillen – Entwicklungsschübe – Schwere Zeiten

Hat das Kind einen Entwicklungsschub, braucht es meist mehr Milch. Diese Zeiten können sehr anstrengend sein und die Brustwarzen reizen. Die Babys wollen am liebsten den ganzen Tag an Mamas Brust liegen, doch Mami bekommt nur beim Gedanken daran schon eine Gänsehaut. Die Brustwarzen schmerzen und sind oftmals sogar blutig oder eitrig.
Sobald man ein Spannungsgefühl bemerkt, sollte man die Brustwarzen mit Wollfett einreiben. Im schlimmsten Fall helfen Stillhütchen. Auch hier ist die Hebamme die erste Anlaufstelle. Sie hat garantiert das richtige Hausmittelchen parat.

Der letze Ausweg – Abstillen

Entzündete, wunde Brustwarzen oder auch Dauerstillen (aufgrund abgeschwächten Milchflusses) führen oft dazu, dass die Frauen nicht mehr weiter Stillen möchten oder können. Hierfür sollte man sich nicht schämen. Sprecht mir eurer Hebamme über das Abstillen und die Flaschennahrung. Sie wird euch Tipps zum Abstillen ohne Medikament geben, denn so erspart man sich die Nebenwirkungen der chemischen Keule.
Stillen ist eine Komplexe Sache und einfach nicht für jede Frau das Richtige! Man sollte sich somit nicht schämen, wenn es bei einem selbst nicht klappt. Auch wenn man gefragt wird, ob man noch stillt sollte man (sofern es nicht geht) ganz selbstbewusst mit „NEIN“ antworten. Die Hauptsache ist, dass es Ihnen und dem Kind gut geht. Alles andere ist Nebensache!

Bildquelle: aboutpixel.de / süsses baby © andreas reimann

Auch Spannend!

Stillberaterinnen – Hilfe zur Selbsthilfe

Nicht immer verläuft Stillen so problemlos, wie es teilweise in den Medien dargestellt wird oder …

4 Kommentare

  1. Danke für diesen Bericht ! Ich bin diese abwertenden Antworten auf die Frage: stillst du noch – so leid.

  2. Endlich ein konstruktiver Beitrag zum Thema „Stillprobleme“. Das macht Mut !

  3. Ich kann zum Thema Stillen vor allen das Stillbuch von Hannah Lohtrop empfehlen! Für mich war es sowas wie eine Bibel in der ersten Zeit. Es macht immer wieder Mut!

  4. Danke!
    Meine Tochter ist 6 Wochen alt und ich stille und pumpe und pumpe und stille und sie nimmt nicht anständig zu. Das war bei meinem Sohn genauso. Von allen Seiten hört man ich solle mich entspannen, kein Stress usw. Schön wenn der Mann 12 Stunden am Tag arbeitet und ein Zweijähriger hier rumwuselt. Das ist nunmal Stress. Ich hab jetzt, Gott sei Dank, kein schlechtes Gewissen mehr dass ich mit Premilch zufüttern muss.
    Man muss es sich selbst recht machen, niemand anderem. Bei uns ist es so (wir wohnen in einer Kurstadt, viele alte Leute unterwegs):
    Stillt man in der Öffentlichkeit wird man schief angeguckt. So was anstössiges. Gibt man die Flasche wird man schief angeguckt. Wie kann man nur nicht stillen? Schreit das Kind mal im Kinderwagen weil es gerade ein bißchen Hunger hat wird man schief angeguckt weil man das Kind verhungern lässt. Macht es so dass es sich für Euch richtig anfühlt und das Kind wird zufrieden sein!