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Sind Geburten bald nur noch in Kliniken möglich?

Sind Geburten bald nur noch in Kliniken möglich?Eines der wundervollsten Momente im Leben ist die Geburt des eigenen Kindes. Dieses Ereignis sollte bewusst und intensiv wahrgenommen werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Baby zur Welt zu bringen – möglicherweise wird den Frauen diese Entscheidung aber bald abgenommen, denn immer mehr freiberufliche Hebammen müssen den Geburtsdienst zu Hause einstellen.

Immer weniger Zeit für Geburten

Die meisten Kinder kommen heutzutage in Kliniken zur Welt. Einerseits ist es für Mutter und Kind von Vorteil, da dort alles für den Ernstfall bereit steht und zur schnellen Hilfe zum Einsatz kommen kann. Geht etwas bei der Geburt schief, kann sofort alles medizinisch Notwendige eingeleitet werden, um Schaden von Mutter und Kind abzuwenden. Die Kreißsäle sind mittlerweile mit modernsten Geräten ausgestattet. Anderseits geht es in Kliniken recht hektisch zur Sache und die Zeit pro Geburt ist oftmals nicht zuletzt aus personellen Gründen begrenzt. Es kann vorkommen, dass in einer Klinik schneller ein Kaiserschnitt durchgeführt wird, wenn die Geburt überdurchschnittlich lange dauert. Nicht umsonst liegt die Kaiserschnittrate mittlerweile bei ca. 30 Prozent. Eine sehr lange Geburt ist einfach nicht so effizient für ein Krankenhaus, wie die Geburtseinleitung mit Medikamenten oder der Kaiserschnitt, der in ca. 30 Minuten erledigt ist. Früher gab es überwiegend Hausgeburten: Zu diesen kamen die Hebammen ins Haus und betreuten die Schwangere. Da blieb viel Zeit für eine individuelle und einfühlsame Betreuung. Die Frau hatte Vertrauen in ihre Hebamme und konnte so die Geburt den Umständen entsprechend entspannt angehen.

Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt?

Neben der Klinikentbindung und der Hausgeburt gibt es auch noch die Möglichkeit, in einem Geburtshaus zu gebären. Dort ist man nicht in seinen eigenen vier Wänden, man wird aber mit viel Ruhe und Zeit betreut. Was die Geburtshilfen angeht, ist das Geburtshaus ähnlich wie ein Kreißsaal ausgestattet. Was allerdings nicht vorhanden ist, sind medizinische Hilfen wie Medikamente, die nur ein Arzt verordnen darf. Die außerklinischen Geburten liegen zurzeit bei einem bis zwei Prozent. Die Zahl dürfte in Zukunft sinken, da die Arbeit für freiberufliche Hebammen immer unerschwinglicher wird. Mittlerweile wurde die notwendige Haftpflichtprämie bei dieser Berufsgruppe auf bis zu 5400 Euro erhöht. So viel Geld können nur die wenigsten Geburtshelfer aufbringen. So werden durch die Politik die außerklinischen Geburten indirekt abgeschafft. Bald haben Schwangere also keine freie Wahlmöglichkeit mehr über Art der Geburt – die freiberufliche Hebammenanzahl wird weiter sinken.

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