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Hausgeburt: Mit der richtigen Planung zur natürlichen Geburt zuhause

Gerade einmal rund 10.000 bis 12.500 deutsche Babys kommen jährlich außerhalb eines Krankenhauses zur Welt. Die Hausgeburt, die früher einmal den Standard darstellte, ist heute gerade noch für 2 Prozent der Schwangeren wirklich ein Thema. Auch die Unterstützung durch Hebammen sinkt, denn immer weniger Angehörige dieses Berufsstandes nehmen das Risiko einer Hausgeburt auf sich.

Werdende Mütter, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, tun dies gewöhnlich in dem festen Glauben, dass sie sich und dem Baby damit etwas Gutes tun und ihm den bestmöglichen Start ins Leben verschaffen. Doch eine Hausgeburt birgt auch Gefahren. Damit sich die Gebärende voll auf die natürliche Geburt konzentrieren kann, sollte deshalb die Umgebung stimmen und der Notfallplan stehen.

 

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Die wichtigsten Vorbereitungen für eine Hausgeburt

Damit während der Hausgeburt keine unnötige Hektik aufkommt, sollten möglichst alle Dinge bereit gelegt werden, die benötigt werden könnten. Zur Grundausstattung gehören beispielsweise Handtücher in verschiedenen Größen (eine große Auswahl an Handtüchern ist hier zu finden)

. Außerdem sollten folgende Gegenstände bereitgelegt werden:

  • blickdichte Müllbeutel
  • Matratzenauflage bzw. Nässeschutz
  • Fieberthermometer
  • Wärmflasche
  • Nagelbürste
  • Keilkissen
  • bequeme Kleidung
  • Essen und Getränke
  • mittelgroße Plastikschüssel
  • Funkuhr

 

Wann eine Hausgeburt nicht möglich ist

Hinsichtlich möglicher Komplikationen bei der Hausgeburt ist die Hebamme durch ihren Befund in der Haftung. Deshalb ist es für sie von besonderer Wichtigkeit, frühzeitig bestimmte Risiken auszuschließen. Eine Hausgeburt ist nicht möglich, wenn eine spontane Geburt ausgeschlossen oder mit einem hohen Risiko von Komplikationen verbunden ist, beispielsweise wenn das Baby in Querlage liegt. Beckenendlagen und Mehrlingsgeburten sind zwar grundsätzlich als Hausgeburt möglich. Allerdings wird im Allgemeinen von Ärzten davon abgeraten, weil das Risiko von Komplikationen zu hoch ist. Weitere Ausschlussgründe für eine Geburt im eigenen Zuhause können eine in der Nähe des Gebärmutterhalses eingenistete Plazenta (Placenta praevia) oder eine Gestose sein.

Sicherheit bei Hausgeburten erhöhen

Vielen Frauen, die sich bewusst für eine Hausgeburt entscheiden, graut es vor dem Gedanken, in einem Krankenhaus entbinden zu müssen. Dennoch sollten sie sich zum Wohle ihres Kindes im Rahmen der Planungen für die Hausgeburt auch mit dem Ernstfall beschäftigen. Sollten Schwierigkeiten auftreten, beispielsweise abfallende Herztöne beim Kind oder ein Geburtsstillstand, muss sofort reagiert werden können. Die werdende Mutter sollte im Optimalfall binnen weniger Minuten in ein Krankenhaus verlegt werden können.

Erforderlich ist daher, dass sich ein Krankenhaus mit Entbindungsstation in der näheren Umgebung befindet. Wer in einem höheren Stockwerk wohnt und über keine Aufzug verfügen kann, sollte auf eine Hausgeburt ebenfalls verzichten – unter starken Wehen mehrere Stockwerke Treppen herunterzulaufen, stellt ein unüberwindbares Hindernis auf dem Weg ins Krankenhaus dar. Wichtig ist zudem eine gesunde Portion Realismus: Sollte sich während der Wehenphase herausstellen, dass die Entscheidung zur Hausgeburt vielleicht doch nicht richtig war, und bei den werdenden Eltern Zweifel entstehen, sollte die Hausgeburt abgebrochen und in einem Krankenhaus fortgesetzt werden. Weitere Tipps für die Sicherheit bei der Hausgeburt liefert die Uni Münster.

Bild: © Thinkstock/Comstock

 

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