Ergotherapie bei Kindern
Therapeuten beobachten seit Jahren eine sprunghaft zunehmende Zahl von ergotherapeutischen Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen. Auffälligkeiten zeigen die Kinder vor allem in den normalen Alltagssituationen: Also z.B. in der Schule oder im Kindergarten, wo beispielsweise ein zu starker Bewegungsdrang, Koordinations- und Wahrnehmungsstörungen oder soziale Abgrenzung an den Tag gelegt werden. In solchen Fällen kann die Ergotherapie bei Kindern helfen, Störungen abzubauen und eine bessere Alltagsbewältigung zu erreichen.
Kritisiert wird vor allem der Lebensstil, der von vielen Jugendlichen geführt wird und den diese sich oftmals schon von ihren Eltern abgeguckt haben. Spielekonsolen, Fernseher oder Computer ersetzen heute das Spiel mit Kameraden in der Natur. Kinder klettern weniger auf Bäume, fahren weniger Rad und raufen sich weniger mit Gleichaltrigen. Hinzu kommt eine schlechte Ernährung, die bei vielen Kindern eine Tendenz zur Fettleibigkeit erkennen lässt.
All diese Faktoren führen dazu, dass gehäuft Störungen in der Entwicklung unserer Kinder auftreten und therapeutische Behandlungen notwendig werden. Kinder haben gar nicht mehr richtig die Möglichkeit ihren Körper kennenzulernen und wahrzunehmen, sie sitzen ja nur noch vor dem Fernseher oder dem Computer. Wer sich nicht bewegt, nie an seine Grenzen geht und bereits im Kindesalter mit den falschen Spielzeugen spielt, der wird eher zu Störungen in der Wahrnehmung neigen oder auf Probleme im sozialen Umgang mit anderen Menschen stoßen.
Sind derartige Störungen erkannt, wird oft die ergotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen angestrebt. Die Ergotherapie hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu behandeln, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind. Durch die Ergotherapie sollen die Patienten die Möglichkeit an die Hand bekommen, ihren eigenen Alltag (besser) zu bewältigen und so ihre Lebensqualität zu steigern.
Zu den wichtigsten Therapiekonzepten bei Kindern und Jugendlichen in der Ergotherapie gehört die Sensorische Integrationstherapie, bei der die jungen Patienten lernen sollen die Sinnesreize der Umwelt richtig wahrzunehmen und zu deuten. Im Rahmen einer spielerischen Therapie soll die Sinneswahrnehmung des Patienten gefördert werden – das Kind wird gezielt bestimmten Reizen ausgesetzt und lernt spielerisch diese Sinnesreize richtig wahrzunehmen und zu interpretieren.
Eltern können bereits vorab sehr viel dafür tun, dass es nicht zur Ergotherapie bei ihren Kindern kommen muss. Bereits bei der Auswahl des richtigen Spielzeugs kann darauf geachtet werden, dass dieses die Fähigkeiten des Kindes fördert (das heißt, dass es das Lernen unterstützt und das Kind weder überfordert, noch unterfordert). Fernsehen und Computerspiele sind dabei nicht unbedingt als schlecht anzusehen, allerdings sollte auf die Auswahl der richtigen Fernsehsendungen oder der richtigen Computerprogramme geachtet werden und vor allem muss das richtige Maß für den Genuss dieser Medien gefunden werden.
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